Aolt Mönsters Originale

Aolt Mönsters Originale
mit freundlicher Genehmigung des Gründers des
Fördervereins De Paolbüörger/Aolt Mönsters Originale e.V. und des 1. Bischöflichen Münsterischen Offizierscorps e. V.,
Ehren-Generalfeldmarschall Willy Eichel
www.eichelwilly,de
Die Galionsfigur Münsters ist der Kiepenkerl

Er brachte in früher Zeit seine Erzeugnisse aus dem ländlichen Bereich, in einer Kiepe zum zweimal wöchentlich stattfindenden Markt. In den Anfängen fand dieser Verkauf auf dem Prinzipalmarkt und später zusätzlich auf dem Domplatz statt. Der Kiepenkerl besuchte aber auch mit seiner Kiepe die Kundschaft in der Stadt. Hierbei handelte es sich vorwiegend um Gaststätten und Haushalte hoher Beamter.

Die Erzeugnisse, Butter, Eier, Schinken, Speck und Geflügel trug er in seiner großen Kiepe auf dem Rücken über weite Strecken zu Fuß nach Münster. Aber auch als Hochzeiter und Überbringer von Nachrichten war er tätig. Über diese deftigen Kerle und den westfälischen Bauern ranken sich viele humoristische Anekdoten.
So erzählt man sich von dem Bauern Brömmelkamp aus Ammelsbüren folgende Episode: Der Kirchturm von Ammelsbüren war durch Blitzschlag bis auf den Glockenstuhl abgebrannt. Der Pastor hatte darauf am Sonntag während seiner Predigt zur anschließenden Sammlung für den neuen Glockenstuhl aufgerufen und mit Blick auf Brömmelkamp, der durch seinen Hof und die Tätigkeit als Kiepenkerl zu Reichtum und Wohlstand gekommen war, das reichlich gegeben werden sollte. Brömmelkamp hatte diesen Blick wohl bemerkt und war noch vor der Kollekte aus der Kirche verschwunden.

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Der Pastor, der ihn am Sonntag Nachmittag zur Kaffeezeit aufsuchte und fragte, warum er sich vor der Kollekte gedrückt habe, musste sich von Brömmelkamp folgendes sagen lassen: “Hochwürden, wenn usse Hiärgott sikk sin Hüsken söffst anstikket, dann mot he auk men sain, dat he datt Geld doför tesamm krigg”.

Das Münsterische Original Schutzmann Felix Maria Harpenau genannt „Felix Marie“

hat es sogar fertiggebracht, seine ihm angetraute Ehefrau einzusperren. Nach einer durchzechten Nacht mit dem Tollen Bomberg, dem Unwiesen Professor Landois und Franz Essink, ein ebensolches Münsterisches Original, hatte man ihn splitter- nackt ausgezogen und auf einer Schubkarre nach Hause gefah- ren und vor die Tür gekippt.

Seine Frau, die ihn da unten liegen sah, war dann gekommen und hat ihn mit dem Nudelholz fürchterlich verhauen. Felix Marie hat dann am anderen Morgen seine Frau laut überliefer- tem Protokoll wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt drei Tage eingesperrt.

Felix-Marie-Tippkotter

Der Unwiese Prof. Dr. Hermann Landois hat sich als Gründer des Westfälischen Zoologischen Gartens

einen legendären Ruf erworben. Seine humorigen Einfälle, um an Geld für seinen Zoo zu kommen, kannte keine Grenzen, vom legendären Bärentazzenessen bis zur Sprachschule für Hunde und als Autor seiner bekannten Bücher „Franz Essink bi Liäwtieden“ „Franz Essink nao sienen Daud up de Tuckesburg“ und „Up de Seelenwanderung“. Landois und Essink waren gute Freunde und hatten ihre Häuser fast nebeneinander auf der Rothenburg. Ihre Stammkneipe war die bekannte Altbierbrauerei „Lepper`s in Hals“, in der ich am 5.April 1924 geboren wurde. Die Witwe Lepper wurde durch die Heirat mit dem Braumeister Franz Eichel, die Großmutter des Gründers des 1. Bischöflichen Münsterischen Offizierscorps, Willy Eichel.

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Die wohl schönste Geschichte von Dr. Hermann Landois ist die Gründung seiner Sprachschule für Hunde. Davon hatte auch Bauer Schulte-Niehoff gehört, der nun bald ein Gespräch mit Landois suchte. Bei seinem nächsten Treffen in der Stadt mit seinem Jagdhund Tasso, war er denn auch bald nach einer Einkehr in „Stuhlmacher“ am Prinzipalmarkt, bei „Lepper`s in Hals“ fündig geworden. Herr Professor sagte, ich wollte mal fragen ob sie meinem Tasso nicht das Sprechen lernen könnten? Landois, der den Schulten gut kannte, und auch wusste, wie reich der war, sah den Schulten an und sagte: „Möglich ist das schon, aber das kostet einen Haufen Geld. Da kommt es nicht drauf an, sagte Schulte Niehoff, das hab ich bald wieder heraus, wenn de Hund mir immer sagen kann, was auf dem Hof gesprochen wird, wenn ich nicht zu Hause bin.

Landois ließ sich tausend Taler Anzahlung geben und sagte, in drei Wochen sollte de Bauer Samstag zehn Uhr kommen und den Hund mit Examenspapieren abholen. Landois hatte sich mit Lepper und Franz Essink noch einige Altbier und Korn genehmigt und ging danach mit Tasso an der Leine durch den Hals (der kleine Verbindungsweg von der Schützenstraße zur Promenade) in Richtung Zoo nach Hause. Das mehr als reichlich getrunkene Altbier tat dann bald seine Wirkung. Der Hund riß sich von der Leine, raste über die Schützenstraße und wurde von einem Pferdefuhrwerk überfahren und war tot. Was nun? Es müßte nicht Landois sein, wenn er nicht weiter wüßte. So wartete er an dem fraglichen Samstag pünktlich um zehn bei Lepper`s auf Schulte-Niehoff. Der kam auch bald, sah Landois ohne Hund und fragte irritiert: „wat is los,

Landois ohne Hund? Landois hatte ihm sofort gesagt, dass der Hund schon sehr weit sei, allerdings fehlte zum Examen noch der letzte Schliff. Voller Stolz zahlte er die zweite Rate von tausend Taler gab noch eine Runde Altbier aus und ging mit dem Gefühl in 14 Tagen einen studierten Hund mit Examen zu besitzen. Am fraglichen Abholtermin sah Schulte-Niehoff, Franz Essink, Franz Eichel und Landois im fröhlichen Verbund an der Theke bei Altbier und Korn. Schulte-Niehoff, der seinen geliebten Tasso immer noch nicht sah, konnte seine Enttäuschung nicht verhehlen, zumal er allen auf dem Hof schon von seinem examinierten Wunderhund erzählt hatte. Landois kam auf Schulte-Niehoff zu und sagte ihm auf seine Frage nach dem Hund, es habe ein Problem gegeben. Er sei heute morgen an den Zwinger gekommen, um den Hund zu holen, darauf habe Tasso ihn wie wild angesprungen und dauernd gesagt : „Ich komm nach Haus, ich komm nach Haus, was der Alte wohl sagt, wenn der mich so reden hört? Schulte-Niehoff war platt, als er das hörte und sagte immer wieder, „das gibt’s doch nicht, das gibt’s doch nicht.“ “ Ja“ , sagte Landois “ nu kommt aber das Dilemma. Das erste, was ich den Alten frage ist, ob er immer noch so scharf hinter der Großmagd herstreicht. Da sagte Landois, habe er einen Knüppel genommen und den Hund tot geschlagen und Schulte-Niehoff sagte: „Landois, wat sin ich froh, dat de Rüe daut ist.“

Der Baron Freiherr Giesbert von Romberg, genannt der „Tolle Bomberg“

hatte seinen Wohnsitz auf Schloß Buldern, er ist wohl das Münsterische Original, daß Münster durch seine Streiche und seinen unvorstellbaren Reichtum weltweit bekannt machte. Seine Streiche schockierten den Münsterischen und Westfälischen Adel immer wieder, so dass mehrere Male von Seiten der Verwandtschaft versucht wurde, ihn entmündigen zu lassen. Jedoch konnte er immer wieder nachweisen, daß er selbst bei dieser Lebensweise seine Zinseszinsen nicht Aufgebrauchen konnte.

Seine bekanntesten Streiche waren seine Hochzeitsweltreise, seine Rasur auf dem Kutschbock vor dem Rathaus und der Sprung mit seinem Reitpferd über die Festtafel im Kaffee Middendorf. Buldern verdankt dem Tollen Baron seine Bahnstation. In Buldern hatte er so oft die Notbremse gezogen, sehr zur Freude aller Mitreisenden, die mit ihm dann immer den Zug verlassen konnten, bis die Bahn sich bequemte, eine Bahnstation einzurichten.

Geschichten über den “tollen Bomberg” – hier klicken.

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Der Türmer von Lamberti,

ein Original, wie es nur noch wenige Städte mit Münster in Amt und Würden haben. Er bläst auch heute noch auf dem Lambertiturm ab 21.00 Uhr jede halbe und volle Stunde. Zu früher Zeit soll er jedoch nur jede volle Stunde geblasen haben. Den neuen Zeittakt führt man auf folgende Geschichte zurück. Brautpaare, die sich früher große Reisen nach der Trauung nicht leisten konnten, verbrachten meist ein paar Tage auf einem Bauernhof. So kam auch ein junges Paar auf den Hof Graute Schlautmann, um die ersten Flittertage dort zu verbringen. Beim Abendbrot hörte die junge Braut dann den Türmer seine Zeit blasen und fragte die Bäuerin, was das für ein wunderliches Tuten sei.

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Die Bäuerin antwortete mit Blick auf den jungen Bräutigam: „Das ist unser Türmer von Lamberti, der bläst die vollen Stunden an und erinnert die jungen Brautpaare an ihre ehelichen Pflichten. Die Braut sah ihren Bräutigam bedeutungs- voll an und sagte:”Siehste!” Es dauerte nicht lange und mit einem „gute Nacht“ ging das junge Paar zu Ruhe.

Am anderen Morgen kam als erster der Bräutigam herunter und fragte die Bäuerin, wo er den Bauern finden könne. Ihm wurde gesagt, das sich selbiger im Kuhstall aufhalte. Der junge Mann ging in den Stall zu dem Bauern und erkundigte sich, wo er den Türmer wohl treffen könne. Der Bauer meinte, wenn er nicht bei “Stuhlmacher” ist, dann finden sie ihn bei “Lepper`s in Hals”. Der Junge fand den Türmer dann auch bei Lepper`s mit seinem gewaltigen Horn an der Theke stehen. Er sprach ihn an und fragte, ob er gegen eine Bezahlung von 10 Reichsmark heute Abend nicht mal alle zwei Stunden blasen könne, worauf der Türmer erwiderte, das geht nicht, da war eben eine junge Frau bei mir und hat mir 20 Reichsmark gegeben, damit ich heute Abend alle halbe und volle Stunde blase.

Der Ziegenbaron „Baron von Renesse“

war der Gründer des Ziegenzuchtvereins und setzte sich für die Kuh des kleinen Mannes, wie er sie nannte, ein. Er war ein Original von altem Adel, aber bettelarm.
Seinen 100. Geburtstag hat die Stadt Münster dreimal gefeiert. Von ihm wird erzählt, daß er vor seiner letzten Geburtstagsfeier den damaligen Oberstadtdirektor Dr. Hermann Fechtrup auf dem Prinzipalmarkt getroffen habe. Seine Frage war: „Kuk an Fechtrup, wu gai`t?“ „Gut“, hat der geantwortet Dann fragte er ihn, ob er auch morgen zu seiner Geburtstagsfeier käme, was selbiger bejahte. Darauf wieder Renesse: „Wenn du kümms ,moss dii bücken un rückwärts mett Gatt de Düör loss stauten

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Fechtrup hatte dann gefragt: „Warum bücken und mit dem Hintern die Tür los machen? Darauf Renesse, „ja weil du die Hände doch sicher voll Geschenke hast.“

Die Appeltiewen
Fälschlicherweise wurden von einigen Schriftgelehrten die nach dem Krieg unter dem Bogen stehenden Obstver- käuferinnen als Appeltiewen bezeichnet. Dieses aber waren reine Obsthändler die ihre Waren von ansässigen Groß- handel bezogen.
Appeltiiewen waren die Frauen der kleinen Prumenkötter, deren Männer im niederen Dienst bei der Bahn oder Post standen. Die Frau versorgte den Haushalt, daß Vieh und den Garten, gemeinsam wurden nach Feierabend des Mannes die sonstigen Verrichtungen gemacht.

Während der Mann seinen Dienst verrichtete, ging seine Frau mittwochs oder samstags zum Wochenmarkt, um die Erzeugnisse aus Kötterei und Hausgarten anzubieten. Hierbei waren Pflaumen, Birnen, Äpfel, Beerenobst sowie Gemüse und Heilkräuter vorrangig, aber auch Ente, Huhn, Butter und Eier fehlten nicht im Programm. Die bei Post und Bahn beschäftigten Männer waren dafür bekannt, daß Sie dem Alkohol sehr oft und reichlich zusprachen. Daher hieß es im Volksmund, wenn beim Bauern ein Kalb geboren war, welches die Muttermilch verweigerte: „Dann sett em es ne Bahn or Postmüske upp, dann sallt wull supen. Ihren Standplatz hatten sie vor den Bögen des Prinzipalmarktes und später auf dem Domplatz.

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Nach dem Krieg sind Sie in dieser Form an den alten Standorten nicht mehr in Erscheinung getreten. Es war schade um sie, denn mit Ihnen verschwand ein Teil des alten Münsters, das einfach zum Wochenmarkt dazu gehörte.

Der Postbote „Overnüete“

war ein Original, welches im Überwasserviertel zu Hause war. Er war dafür bekannt, daß er die Post selten abgab, sondern vielmehr durch offene Fenster und Türen warf.
So wurde er einmal von einer Hausbewohnerin auf diesen Umstand angesprochen und die sagte: “ Sag mal Overnüete, ich hab da letztens einen Brief unterm Bett gefunden, der war Pfingsten geschrieben und nun haben wir bald Weihnachten, wie kommt denn das?“ Overnüete antwortete ihr: „Dann biss Du en Old Schwiin un hess nich puzt, süss hiärs Du den Breef funnen.

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Flörken und Kösters

waren Stadtmusikanten, die auf jede Feier gingen, eingeladen oder nicht. Sie kamen mit einem großen Trockenblumenstrauß, den Sie überreichten und machten Musik. Hatten sie genug gegessen und getrunken, gingen sie nach Hause, jedoch nicht ohne den Blumenstrauß wieder mitzunehmen für die nächste Feier

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Leierkastenmann Jans Giese

war ein Orgelspieler, der selbst vorm Kaiser beim Besuch in Münster seine Kunst zeigen durfte. Er führte ab da ein Schild mit an der Orgel „Kaiserlicher Hoforganist“, er war in der ganzen Stadt bekannt und besonders uns Kindern hatte er es angetan.

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Franz Lepper,

war Braumeister, er hatte seine Altbierbrauerei auf der Krummestraße 21-22 in Ludgerii. Diese Altbierbrauerei ist nachweislich mit eine der ältesten Münster`s. In den vielen von Landois geschriebenen Büchern wird immer wieder von dieser Urigen Braukneipe gesprochen.
Nach seinem Tod heiratete die Witwe Lepper den seit Jahren bei ihm tätigen Braumeister Franz Eichel, der Großvater von Willy Eichel, dem Gründer des 1. Bischöflichen Münsterischen Offizierscorps e.V. und dem Förderverein “De Paolbüörger/Aolt Mönsters Originale e.V.”

Ein Original, wie er im Buche steht und wahrscheinlich hat vieles von ihm auf Willy Eichel abgefärbt. So hatte seine Frau, die nur die Lepper`sche genannt wurde, ihren eigenen Kopf. Der Jung- lehrer aus Ludgerii hatte das einmal zu spüren bekommen. Der Kupferschmied Franz Essink, der täglicher Stammgast war, kam eines Morgens und schien nicht den besten Tag zu haben. Die Lepper`sche, die ihn nach der Ursache fragte, bekam zur Anwort, er habe noch nicht gefrühstückt. Worauf sie ihm antwortete: „dat sall ik wull maken.“
Nach kurzer Zeit kam sie wieder mit einem Teller, auf dem eine große Scheibe Weißbrot mit Schinken belegt lag, der über den Tellerrand hing und in der Mitte leuchteten zwei goldgelbe Spiegeleier.